MAULWÜRFE VERTREIBEN - SO GEHT'S

Sie sehen süß aus und sind eigentlich auch Nützlinge in unserem Garten – trotzdem wollen wir sie nicht. Der Maulwurf, genauer der Europäische Maulwurf (Talpa europaea), ist ein Säugetier aus der Ordnung der Insektenfresser und nimmt uns in Sachen Schädlingsbekämpfung so einiges an Arbeit ab. Er lockert den Boden auf, frisst Regenwürmer, Insekten, Engerlinge und andere wirbellose Tiere und hält sich dabei von unseren Pflanzen und Wurzeln in der Regel fern. Wer einen Maulwurf im Garten hat, weiß: der Boden ist gesund und bietet reichlich Nahrung. Auch eine Plage ist nicht zu befürchten, da sich Maulwurfsjunge ein eigenes Revier suchen, sobald sie groß genug dafür sind. Was uns also eigentlich stört, ist weniger der Maulwurf selbst, sondern seine Hügel und Gänge. Während er bei seiner Nahrungssuche pro Tag an die 20 Meter Tunnel graben kann, zerstört er den Rasen, hinterlässt Erdhaufen und schmälert so den Anblick des mühsam gepflegten Gartens. Wie man den Maulwurf wieder los wird, erfahren Sie hier.
Das Wichtigste zuerst: der Maulwurf steht unter Naturschutz. Sie dürfen ihn also nicht töten, verletzten oder in Fallen fangen. Auch seine Gänge, Nest- und Schlafkammern müssen in Ruhe gelassen werden. Genau genommen darf er also noch nicht einmal gestört werden. Trotzdem gibt es einige Tricks und Kniffe, wie man den kleinen Insektenfresser zum Ausziehen bewegen kann.
Bei jeder Methode ist es wichtig, flächendeckend vorzugehen. Nur einzelne Hügel zu bearbeiten ist ineffizient, da der Maulwurf dann einfach für eine Weile der Störquelle aus dem Weg geht und wieder kommt, wenn sie weg ist. Deswegen gilt: Geduld haben und weiträumig vorgehen.

Vergrämung mit Wasser 
Das bekannteste Hausmittel ist wohl die Vertreibung mit Wasser. Rasen, Erdhügel und Gänge des Maulwurfs werden mit dem Gartenschlauch geflutet. Das muss regelmäßig und flächendeckend wiederholt werden. Hobbygärtner sollen gute Erfahrungen mit dieser Methode gemacht haben, ganz unumstritten ist sie aber nicht. Tierschützer befürchten, dass durch die Flutung der Maulwurf ertrinken könnte, besonders Jungtiere seien gefährdet. Der Maulwurf ist zwar ein guter Schwimmer und seine Gänge funktionieren als Drainagesystem – ganz auszuschließen ist eine Gefährdung bei der Methode aber natürlich nicht. Auch die Erfolgsrate des Wässerns kann von kurzer Dauer sein. Denn, wie eben gesagt, der Maulwurf ist ein guter Schwimmer. Er kann also die Flutungen abwarten und später wiederkommen. Aus diesem Grund ist eine regelmäßige Wiederholung so wichtig, um den Maulwurf wirklich zu vergrämen.

Nahrungsgrundlage nehmen
Dem Maulwurf die Nahrungsgrundlage zu nehmen und ihn so aus dem Garten zu vertreiben scheint erst einmal eine gute Idee zu sein – wer verantwortungsvoll mit der Natur umgehen will, sollte das aber besser lassen. Vorgeschlagene Methoden dazu sind massive Überdüngungen oder Flutungen mit Chlor- oder Salzwasser. Das kann den Maulwurf vielleicht vertreiben, eine Gefährdung desselben ist dabei aber nicht unwahrscheinlich. Auch nimmt Ihr rasen davon schaden und lässt aus ihrem einst gesunden Boden ein lebensfeindliches Umfeld werden.  

Mit Gerüchen vertreiben
Maulwürfe sind beinahe blind und orientieren sich hauptsächlich nach ihrem Geruchssinn. Sie haben also eine sehr empfindliche Nase. Bestimmte Gerüche ertragen sie nicht besonders gut und können dafür sorgen, dass die kleinen Pelztiere dauerhaft umziehen. Beispiele dafür sind Hundekot, Buttersäure, verdorbene Fischköpfe, saure Milch, Essig bis zu Urin. Klingt eklig? Wir wollen es nicht beschönigen – das ist es auch. Wenn Sie sich aber trauen, dann tränken Sie die Flüssigkeiten in Tücher und platzieren Sie sie an die Ausgänge der Maulwurfshügel. Der Rest kann vorsichtig davor platziert werden.
Wem die Gerüche zu intensiv oder übelriechend sind, kann es auch mit ätherischen Ölen, Knoblauch oder Rasierwasser probieren. Auch der Geruch von Menschen soll Maulwürfel fernhalten, abgeschnittenes Haar in den Löchern kann also auch Wirkung zeigen. Diese Methoden können mehrere Wochen Zeit in Anspruch nehmen, seien Sie also geduldig und frischen Sie ihre Düfte immer wieder neu auf. Geruchsdrops, die man im Baumarkt kaufen kann, sind übrigens nur bedingt wirksam. Zwar können für eine Weile keine neuen Maulwurfshügel mehr auftauchen, die Wirkung kann aber schnell nachlassen und die Geruchsdrops müssen wieder neu gekauft werden.  
Wovon Sie Abstand nehmen sollten ist die Verwendung von Benzin, Petroleum oder andere Flüssigkeiten mit gesundheitsschädlichen und giftigen Anteilen. Das kann zum einen in den Boden sickern und das Grundwasser verseuchen, als auch Tier und Umwelt schaden. Gerade, wer Gemüse, Kräuter oder Obst im eigenen Garten zieht, sollte davon lieber die Finger lassen.

Schallwellengeräte
Ebenfalls im Handel erhältlich sind Schallwellengeräte. Wie bei den meisten Methoden gilt hier: die können helfen, müssen aber nicht. Frequenzen können zu hoch sein, oder die Töne nicht laut genug, um den Maulwurf zu stören. Auch kann sich der Maulwurf an die akustische Störquelle gewöhnen oder schlichtweg schwerhörig sein. Eine Alternative zum Handel kann es sein, Lautsprecher in Plastiktüten zu packen und unterirdisch zu vergraben, und den Maulwurf so „dauerzubeschallen“. Das ergibt aber nur bei einer durchgehenden Anwendung Tags und Nachts Sinn und kann Sie selbst und die Nachbarn stören.

Präventive Lösung: Maulwurfsnetze /-gitter und Blumenbeete
Um sich gegen Maulwürfe wirklich zu schützen, hilft am Besten von vorneherein den Maulwurf mit Barrieren fernzuhalten. Da dafür der Rasen umgegraben werden muss, sollte das schon bei der Anlegung oder Neugestaltung des Gartens geschehen. Engmaschige Netze oder Gitter werden hier ungefähr 40 cm unter dem Rasen ausgelegt und hindern Maulwürfe so von vorneherein, ihre Gänge durch Ihren Rasen zu graben. Es gibt auch einige Pflanzen, die als Duftbarriere fungieren und bei der Gartengestaltung berücksichtigt werden können. Gut eignen tun sich dafür z.B. die Kaiserkrone, Wunderbaum, Weihnachtsstern, Oleander, oder Kräuter wie Minze, Ysop und Basilikum. Aber aufgepasst! Viele der Pflanzen, die sich zur Abwehr eignen sollen, sind auch giftig. Gerade, wer Kinder im Garten hat, sollte sich vorher gründlich informieren, welche Pflanzen geeignet sind, und welche nicht.

So gut wie jede Methode, die es zur Vergrämung von Maulwürfen gibt, ist auf die eine oder andere Weise umstritten. Sei es in ihrer Wirksamkeit, in ihrer Auswirkung auf die Umwelt oder den Menschen. Jedes Tier ist anders und reagiert verschieden auf die unterschiedlichen Abwehrmaßnahmen. Deswegen ist es ratsam, verschiedene Methoden auszuprobieren. Wichtig ist es, Geduld zu haben, flächendeckend vorzugehen und dem Maulwurf keines Falls Schaden zuzufügen. Und vergessen Sie nicht: dass der Maulwurf bei Ihnen ist, ist ein Zeugnis Ihres gesunden Bodens! Wer weiß, vielleicht müssen Sie ihn ja auch gar nicht loswerden, sondern profitieren von seinen Eigenschaften als Nützling.